Reina, Rottweiler-Mischling, geb. ca. 10/2012, 37 kg, 60 cm SH, kastriert

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In Spanien

Als man die herumirrende Reina auf der Straße aufgriff und ins Tierheim brachte, war sie einfach nur entsetzt. Man konnte ihr ansehen, wie sich ihre leuchtenden braunen Augen abdunkelten und sie in sich zusammenfiel. Das alles was sie nun in den letzten Tagen und Wochen erleben musste, konnte nicht wahr sein. Wahrscheinlich hatte sie gedacht, dass man sie nach Hause bringt, stattdessen hockte sie in einem Behandlungszimmer umringt von Menschen, die sie nicht kannte und auch nicht kennenlernen wollte…. sie wollte einfach nur weg, zurück nach Hause.

Reina war in einem gepflegten Zustand, aber wie so oft fehlte der Chip und wie immer musste man nun abwarten, ob sich der Besitzer innerhalb der 21 Tage Sperrfrist meldet. Der Besitzer meldete sich nicht, auch auf Aufrufe in den sozialen Medien erfolgte keine Reaktion. So stand nach Ablauf der Sperrfrist fest, Reina war nun ein Tierheimhund, ein Hund von vielen, die auch ihr Zuhause verloren haben.

Die ersten Wochen waren für sie eine Katastrophe, im Zwinger zeigte sie sich ruhelos, lief immer hin und her, entspannte sich nicht und nahm zu den Hunden und Pflegern keinen Kontakt auf. Durfte sie in den Freilauf, beobachtete sie die Eingangstür und den Parkplatz. Ihre Familie musste doch kommen, sie abholen. Nein, es kam niemand, keiner fragte nach ihr und irgendwann gab Reina dann auf, sie hatte verstanden – man hatte sie einfach vergessen.

Und plötzlich dreht sich diese reservierte und distanzierte Hündin, die vorher jeden Kontakt ablehnte, sowohl zu den Hunden, als auch zu den Pflegern und Volontären. Die kühle, fast schon unantastbare Hündin suchte den intensiven Kontakt. Sobald das Personal oder die Gassigänger in den Freilauf kommen, setzt Reina zu einem Spurt an und nimmt den Menschen sofort in Beschlag. Sie möchte Aufmerksamkeit haben und auch Streicheleinheiten. Sie vermisst die enge Bindung zu den Menschen. Obwohl sie ausgesetzt wurde, hat sie das Vertrauen zu den Zweibeinern nicht verloren. Sie liebt Zweibeiner und Reinas Augen fangen sofort an zu leuchten, wenn man sie streichelt und ihr etwas Zeit schenkt.

Auf den Spaziergängen ist sie fröhlich und verliert die Volontäre nicht aus den Augen, Reina läuft sehr gut und problemlos an der Leine und passt sich dem Laufrhythmus an ohne zu ziehen und zu zerren. Begegnen ihr andere Hunde, wirft sie ihnen einen kurzen Blick zu, das reicht ihr und wendet sich sofort wieder hin zu den Menschen.

Die Volontäre sind nun mal wichtiger, als eine andere Fellnase. Geht es nach einem entspannten Spaziergang zurück ins Tierheim, ist Reina am Boden zerstört. Warum nahmen die Volontäre sie nicht einfach mit? Nur sehr widerwillig kehrt sie zurück in ihren Zwinger. Unglücklich und traurig sitzt sie wieder hinter Gittern….

Mit den anderen Hunden im Tierheim versteht sie sich ohne Probleme, allerdings mag sie keine aufdringlichen Fellnasen, dann reagiert sie mit einem lauten Gebell und weist den anderen Hund in seine Schranken.

Für Reina suchen wir eine fröhliche Familie, gerne mit Kindern. Eine weitere Fellnase ist zwar kein Problem, aber sie möchte doch lieber „Prinzessin auf der Erbse“ sein und die ungeteilte Aufmerksamkeit ihrer Menschen haben. Katzen mag Reina nicht.

 

Kontakt:

Gabriela Schöppe

E-Mail: schoeppe@vergessene-tierheimhunde.de

Tel.: 0201 – 404 851

Mobil: 0163 – 607 89 23