LANA, was hat man dir nur angetan?! Du solltest sterben… PS 42477 Radevormwald

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https://www.youtube.com/watch?v=ctvaSMe5GFI

https://www.youtube.com/watch?v=O5VBttZcQl8

Steckbrief: Lana

Geburtsdatum: 01.09.2020
Geschlecht: weiblich
Rasse: Mischling

Notfall: nein
kastriert: ja

Schulterhöhe: ca. 55 cm, ca. 20 kg

Krankheiten: keine bekannt
Ergebnis 1. und 2. MMC: komplett negativ
Sonstiges: alter Kieferbruch (siehe Text)

sucht:
– eigene Familie: ja
– Pflegestelle: nein
– Paten: ja

verträglich mit:
– Rüden: ja
– Hündinnen: ja
– Katzen: ja (hundeerfahrene Katzen)
– Kindern: ja (ab 15 Jahre)

Vermittlung:
– an Hundeerfahrene und Hundeanfänger
– in ländliche Lage mit gut eingezäuntem Garten/Grundstück
– als Einzelhund bitte

Aufenthaltsort: 42477 Radevormwald

Meine Transportgebühr wurde gespendet von Margitta B.

Update 19.12.21 – Das arme Mäuschen hat kein Glück

Wir alle haben dem 10. Dezember entgegen gefiebert, denn die Operation bedeutete für Lana den Unterschied zwischen Fang schließen / Zunge innen halten können und offenem Fang mit Vorfall der Zunge und damit starken Missempfindungen. Sie bedeutete normal fressen, normal leben. Es sollte jedoch anders kommen:
Am Morgen der OP horchte der Zahnarzt Lana sorgfältig ab, wie es sich vor einem Eingriff gehört. Dann eröffnete er der PS, die Lana begleitete, dass die Maus deutliche Herzarrhythmien hat und er sie deshalb nicht dem Narkoserisiko aussetzen könne. Der Facharzt hatte Lana bei der Vorstellung einige Wochen zuvor natürlich schon einmal gründlich untersucht und abgehört. Beim ersten Mal war absolut nichts Auffälliges zu hören. Lana wurde auch 2 Mal beim Haustierarzt abgehört, als sie zur Blutabnahme und zum Mittelmeercheck musste. Auch dort waren keinerlei atypische Herzgeräusche zu verzeichnen.
Der Tierzahnarzt riet uns zu einem kardiologischen Konsil. Da diese Fachärzte nicht an jeder Ecke zu finden und wir immer bemüht sind, den oder die Beste für unsere Schützlinge zu konsultieren, müssen wir uns bis zum 13. Januar 2022 gedulden. An diesem Tag stellen wir Lana einer renommierten Kardiologin vor. Sobald Ergebnisse vorliegen, werden wir hier berichten.

Lana ist seit August bei ihrer Pflegefamilie und inzwischen hat sich gezeigt, dass sie am liebsten Einzelprinzessin wäre, weil sie gerne ständig ganz nahe bei ihren Menschen ist und nicht teilen möchte, was sie nach den Entbehrungen der Vergangenheit nun für sich entdeckt hat: Ausgiebige Schmuseeinheiten und Aufmerksamkeit liebt sie und fordert diese auch ein. Auf den Erstrüden reagiert Lana deshalb zuweilen etwas eifersüchtig. Mit Katzen kommt sie gut aus, aber diese sollten unbedingt hundeerfahren sein und sie zu nehmen wissen. Lana hat vermutlich in der Zeit vor dem Canile stark gehungert, denn sie verteidigt ihren Napf, obwohl sie jetzt nicht mehr ums Essen kämpfen muss. Dieses zarte Mädchen hat noch nie im Leben etwas besessen, deshalb ist sie auch bei Spielzeugen oder Liegeplätzen noch in der Idee „Meins-bleib da weg“ unterwegs. Das muss man einfach wissen und entsprechend händeln, um mit ihren Sorgen umgehen zu können. Das wird sich voraussichtlich legen, aber das dauert. Deshalb ist ein Ersthund, der (aus Lanas Sicht) ständige Konkurrenz bedeutet, eher kontraproduktiv.

Wir müssen davon ausgehen, dass die Süße derzeit noch permanent Missempfindungen in ihrem Kiefer erdulden muss. Dies hat unserer Einschätzung nach auch Einfluss auf ihr Verhalten. Sie möchte ein ganz normales junges Mädchen sein, aber das ist ihr bisher nicht vergönnt. Es tut uns weh, sie so zu sehen, weil Lana sich wirklich Mühe gibt, sich ins Familienleben einzugliedern. Sie ist vom Naturell her ein fröhliches und sehr bewegungsfreudiges Mädchen. Aber manchmal kann sie halt nicht aus ihrer Haut – und das ist nicht ihre Schuld! Ihr fehlt noch Gelassenheit, weshalb sie bei Bewegungen und Aktivitäten im Haus oft von ihrem Ruheplatz aufspringt und kontrolliert, was gerade so vor sich geht. Sie hat auch Angst, verlassen zu werden und folgt einem wie ein kleiner Satellit.

Ihre künftige Familie sollte deshalb viel Einfühlungsvermögen und Verständnis mitbringen und sich auch von Lanas kleinen „Zickereien“ nicht aus der Fassung bringen lassen. Die Schmerzen, die sie in ihrem jungen Leben erdulden musste, kann man nur nach und nach herausstreicheln. Lana braucht einen ruhigen Haushalt mit viel Routinen und gleichbleibenden Ritualen, um ihre Mitte zu finden. Und einen Job als Immer-Dabei-Hund. Ihre Menschen müssen unbedingt taff und hundeerfahren sein.
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Update 27.10.2021 – Lanas Besuch beim Zahnarzt

Es gibt wirklich tolle Neuigkeiten: Lana war gestern bei unserem Tierzahnarzt, der sich Gebiss und Kiefer gründlich angesehen hat. Er kann ihr erfreulicherweise mit einem relativ unkomplizierten Eingriff helfen! Wir sind happy, denn bald wird unsere Maus ein normale funktionierendes „Esszimmer“ besitzen:
Die Folgen ihres damaligen Kieferbruchs sind ein distaler Kreuzbiss, ein Mesialbiss mit frontaler Kiefersperre und eine Zahnfraktur mit Wurzelresten. Dadurch kann Lana den Fang nicht komplett schließen. Dies wiederum führt zu einem leichten Vorfall der Zunge sowie vermehrtem Speicheln. Aber nicht mehr lange!!
Es müssen lediglich 2 Zähne gezogen werden, damit Biss und Gegenbiss problemlos ineinander greifen. Dann kann Lana den Fang normal schließen. Ihre Zungenspitze wird nicht mehr heraushängen. Natürlich wird auch der abgebrochene Backenzahn nebst Wurzelresten entfernt. Lana ist danach wie neu – sie darf alles fressen und auch harte Kauartikel bekommen. Der Eingriff findet am 10. Dezember statt. Die Kosten belaufen sich auf ca. 500-600 Euro. Wir können es kaum erwarten, ihr süßes Gesichtchen endlich in normalem Zustand zu sehen.
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Update 16.10.21 – Neues von Lana

Lana wurde am 11. Oktober in der Klinik komplett neurologisch untersucht; es zeigten sich hierbei keinerlei Auffälligkeiten. Deshalb sehen wir von der angedachten CT des Schädels ab. Wir werden die Süße Ende des Monats einem Zahnspezialisten vorstellen, um auch bezüglich ihres Kiefers alle diagnostischen bzw. therapeutischen Möglichkeiten auszuschöpfen und nichts zu übersehen.
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Lana, was hat man dir nur angetan?! Du solltest sterben…

Als wir von ihrer Existenz erfuhren, war Lana laut Aussage der Canile-Mitarbeiter etwa 8 Monate alt. Der Kieferbruch, mit dem sie dort eingeliefert wurde, sei inzwischen (unbehandelt!) verheilt. Als Überbleibsel dieser Verletzung schlabbert Lana etwas beim fressen, weil ihr mal ein paar Bröckchen daneben fallen, sagte man uns.
Wir nahmen das fröhliche, agile Mädchen in die Vermittlung auf. Als auf HOPE ein Platz frei wurde, holten wir Lana sofort aus dem Canile. Nun konnte sie zumindest im Freilauf toben und hatte menschlichen Zuspruch. Es ist jedoch in einer Auffangstation mit 2 Pflegerinnen für alle Bewohner nicht möglich, den Fokus so intensiv auf einen einzelnen Hund zu legen wie auf einer PS in Deutschland mit Ganztagsbetreuung.

Als Lana Mitte August bei ihrer Pflegefamilie eintraf, kam der Punkt, an dem wir ihre Geschichte umschreiben mussten: Es zeigte sich bald, dass die Kleine trotz uneingeschränkter Mobilität ein auffälliges Gangbild hat. Wir stellten Lana deshalb zeitnah unserem renommierten Orthopäden vor, der sie unter Narkose röntgte – selbstverständlich auch ihren Kiefer und Schädel. Die Resultate:

• Orthopädisch ist alles in Ordnung, Ellenbogen, Hüften und Knie einwandfrei. Aber alle(!) Wachstumsfugen sind noch offen. Das bedeutet, dass Lana deutlich jünger ist als auf dem Papier. Der zuständige Veterinär auf Sardinien legt grundsätzlich das Alter fest und gemäß Ausweis ist sie 1 Jahr alt. Tatsächlich jedoch erst etwa 7-8 Monate.
• Lanas Gebiss weist alle Zähne auf, jedoch stehen Ober- und Unterkiefer so schräg zueinander, dass sie sich den unteren Fangzahn beim fressen entweder in den Gaumen drückt oder damit den oberen Fangzahn berührt. Das ist schmerzhaft! Deshalb darf Lana keinesfalls Trockenfutter bekommen oder auf etwas Hartem kauen. Letzteres ist gerade für einen Junghund, der noch ein starkes Nagebedürfnis hat, die Höchststrafe.
• Die Zunge weist einen tiefen horizontalen Riss weiter hinten auf. Dort fehlt Gewebe. Wir können nur vermuten, dass dies entweder eine Folge des Kieferbruchs ist (draufbeißen) oder direkt dabei passiert ist.

Da Lanas Knochenbau komplett in Ordnung ist und weder Narben noch alte Verletzungen sichtbar sind, können wir einen (Auto)Unfall ausschließen. Unser Orthopäde vermutet, dass das auffällige Gangbild eine neurologische Ursache hat und rät zu einer Computertomografie des Schädels. Das Röntgenbild konnte hierüber keinen Aufschluss geben. Es ist beinahe Gewissheit, WIE Lana sich den Kieferbruch zugezogen hat, nachdem ein Unfall nicht in Frage kommt:
Entweder durch einen brutalen Fußtritt vor den Kopf oder einen heftigen Schlag mit einem harten Gegenstand (Schaufel, Brett…), um sich ihrer zu entledigen. Und das wurde Lana angetan, als sie noch ein Baby war!! Leider sind solche Gräueltaten noch immer eine Methode, sich ungewollter Welpen zu entledigen. Lana hat so gut wie sicher eine schwere Misshandlung und ein Trauma wie durch ein Wunder überlebt! Wir wagen uns kaum vorzustellen, was sie als Welpe durchlitten hat…

Es ist unglaublich, dass sie trotzdem so ein fröhliches, aufgeschlossenes Mädchen ist. Altersbedingt hat sie ein ausgeprägtes Lauf- und Bewegungsbedürfnis und kommt noch nicht schnell „runter“. Sie geht schon prima an der Schleppleine, findet Spaziergänge spannend, tobt und rennt durch den Garten, beschäftigt sich unermüdlich mit ihren Spielzeugen. Lana ist stubenrein und hat, wie jeder Teenager, viele kreative Ideen. Im Haus fordert sie – etwas tollpatschig und persönlich – die Katzen zum Spielen nach Hundeart auf, da muss man ihr zuweilen Einhalt gebieten. Um Kiefer und Zähne zu schonen, wird sie schlicht aus einer weichen, biegsamen Schüssel gefüttert. Das klappt wunderbar – Lana verputzt jede Mahlzeit mit Begeisterung, es bleibt nicht ein Häppchen übrig.

Nun versuchen wir, uns per CT Gewissheit darüber zu verschaffen, ob Lanas Gehirn bei dem Vorfall auch Schaden genommen hat (Knochensplitter, Quetschung etc.) und eventuell das Gangbild erklärt. Der Termin zur Erstvorstellung in der Klinik ist für den 11. Oktober angesetzt, dann erst wird die Untersuchung terminiert. Wir haben auf eine schnellere Abklärung gehofft, müssen uns aber leider gedulden. Drückt der tapferen Maus bitte die Daumen! Wir melden uns danach mit Neuigkeiten zurück.

Ansprechpartner:
Karin Loebnitz
Mobil: 0177/ 7 00 33 77
eMail: k.loebnitz@saving-dogs.de
Homepage: www.saving-dogs.com

Wichtige Zusatzinformationen:

Weitere allgemeine Angaben:

Die Angaben zur Körpergröße sind geschätzt. Gewichts- und Altersangaben können, in Abhängigkeit vom Zeitpunkt der Feststellung, abweichen.
Sofern “unbekannt” angegeben ist, kann saving-dogs leider keine näheren Angaben machen.
Krankheiten geben wir grundsätzlich an, sofern sie uns bekannt sind. Bisher unerkannte Krankheiten können wir nicht ausschließen.

 

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