Insassenschutz für Hunde – Was beim Versichern wichtig ist

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Wer die Insassen eines Fahrzeugs zusätzlich absichern möchte, kann ergänzend zur Kfz-Versicherung die freiwillige Insassenschutzversicherung abschließen. Kommt es zum Unfall sind damit alle Personenschäden und damit einhergehende finanzielle Aufwendungen versichert. Neben Kosten für Erstbehandlungen und Krankenhausaufenthalten, kommen Versicherungen für Verdienstausfälle auf, die durch den Unfall entstehen. Doch wie steht es um den Schutz von Hunden? Die sind bei einem Großteil der Versicherungen ausgeschlossen oder gewisse Klauseln sorgen dafür, dass die Versicherer nur in wenigen Fällen für Kosten aufkommen müssen. Auf was beim Versichern zu achten ist und welche individuellen Maßnahmen jeder Autofahrer zum Schutz seines Tieres sowie dem Eigenschutz ergreifen kann, wird im folgenden Beitrag erläutert.

Tücken der Insassenschutzversicherung

Die Insassenschutzversicherung ist vom Grundprinzip betrachtet eine vorteilhafte Angelegenheit. Problematisch sind nur die Einschränkungen, die viele Versicherungsgesellschaften in ihre Policen einbauen. Damit werden zahlreiche Fälle ausgeschlossen, so dass Versicherte nur in ganz bestimmten Fällen profitieren. Beispielsweise sind bei einer herkömmlichen Insassenschutzversicherung nur Personenschäden und damit verbundene Folgeaufwendungen versichert, wenn diese bei einem selbst verschuldeten Unfall entstehen. In diesem Zusammenhang hat die Zusatzversicherung durchaus ihre Daseinsberechtigung, auch wenn Fachleute ihr mittlerweile kaum noch Beachtung schenken. Denn bei absichtlich oder fahrlässig ausgelösten Unfällen ist es denkbar, dass die herkömmliche Kfz-Versicherung die Schadensdeckung verweigert. In solchen Extremfällen greift die Insassenschutzversicherung.

Für menschliche Insassen ist diese Absicherung selbstverständlich, nicht jedoch für tierische Begleiter. Die werden beim Insassenschutz oft ignoriert. Doch bei Unfällen sind auch sie in einem Fahrzeug stark gefährdet und können gleichermaßen verletzt werden, wie der Mensch. Wer seine Haustiere im Fahrzeug absichern möchte, muss beim Abschluss eines Insassenschutzes unbedingt darauf achten, dass Haustiere vom Versicherungsschutz umfasst sind. Derartige Policen gibt es selten, aber es gibt sie. Ein Beispiel stellt der „Familienschutz- Kind & Kegel“ der Direct Line dar. Bei dieser Versicherung zahlt der Versicherer immer, egal wer die Schuld für einen Unfall trägt. Außerdem sind Kosten für alle Insassen, auch die Behandlungskosten für Haustiere, abgedeckt. Gleichzeitig werden Personen- und Tier-Schäden versichert, die beim Be- und Entladen sowie Ein- und Aussteigen entstehen können.

Zum Verständnis nachfolgend vier wesentliche Situationen, in der eine Insassenschutz-Versicherung greift:

  • Im Ausland kommt es zum Unfall. Die Zahlung der Kfz-Haftpflicht-Versicherung des Unfallverursachers ist unzureichend. Dies ist nicht selten, weil die Deckungssummen im Ausland oft geringer ausfallen als man es von Deutschland gewohnt ist. Abhängig von den vereinbarten Deckungssummen der Insassenschutzversicherung übernimmt diese die Kosten.
  • Ein Unfallverursacher begeht Fahrerflucht, er bleibt unerkannt. Kommt es zu bleibenden Schäden zahlt der Insassenschutz.
  • Verursacht der Fahrer den Unfall selbst, kommt die Insassenschutzversicherung für bleibende Schäden auf.
  • Ein Radfahrer oder Fußgänger hat keine private Haftpflicht-Versicherung und verursacht einen Unfall. Die Insassenschutzversicherung springt ein, sobald der Verursacher die entstandenen Schäden nicht privat begleichen kann.

Generell ist die Insassenschutzversicherung empfehlenswert, sobald häufiger Kollegen, Freunde, Familienmitglieder und Kinder transportiert werden. Und wer den richtigen Versicherer wählt, sichert gleichzeitig seine mitgeführten Haustiere ab.

Hunde korrekt transportierten

Bild bei pixabay.com (woo)
Bild bei pixabay.com (woo)

Auch wenn der Versicherungsschutz für Hunde im Fahrzeug optimal aufgestellt ist: Jeder Fahrzeugführer ist verpflichtet Tiere ordentlich zu sichern. Laut §22 Straßenverkehrsordnung (StVO) gelten Tiere als Ladung. Dementsprechend müssen sie ausreichend gesichert werden, auch wenn vom Gesetzgeber keine Gurtpflicht besteht. Fahrzeughalter sind stets für ihre Ladung verantwortlich und damit auch für dessen Sicherung. Schätzungen zufolge sichern rund 80 Prozent der Fahrzeugführer ihre Tiere nicht richtig. Was die Meisten dabei vergessen, ist die Tatsache, dass die Kasko-Versicherung bei Unfällen nicht zahlen muss, sollten ungesicherte Tiere beteiligt gewesen sein. Denn mit Hilfe einer korrekten Sicherung hätten Schäden vermieden oder zumindest vermindert werden können.

Laut aktuellem Bußgeldkatalog ist ein nicht ausreichend gesichertes Tier im Fahrzeug ein Verstoß und wird mit 35 Euro Bußgeld bestraft. Liegt gleichzeitig eine Gefährdung vor werden 60 Euro fällig und der Verantwortliche erhält einen Punkt in Flensburg. Kommt es durch ungesicherte Tiere zur Sachbeschädigung drohen eine Geldstrafe von 75 Euro und ein Punkt in Flensburg. Zum Transportieren von Hunden stehen verschiedene Hilfsmittel zur Verfügung. Von Gurten über Transportboxen bis hin zum Absperrgitter für den Kofferraum sind diverse Elemente denkbar.

Weiterführende Links

Welche Vor- und Nachteile die verschiedenen Sicherungsvarianten für Tiere haben, kann dem Onlineportal bussgeldkatalog.org im Sektor Tiere entnommen werden. Weitere Informationen zum Familienschutz „Kind & Kegel“ der Direct Line wurden auf der Internetpräsenz des Versicherers im Bereich der Autoversicherung zusammengestellt.

Abschließend an dieser Stelle ein Video, das verdeutlicht welchen Gefahren sich Fahrer und ihre Insassen mit ungesicherten Hunden aussetzen. In dem Crashtest des Allianz Zentrums für Technik wurde dargestellt, dass selbst ein Aufprall bei 40 Stundenkilometern lebensgefährlich für ungesicherte Tiere sein kann.

Bilder in diesem Artikel:
Oben: Bild bei pixabay.com (sandid)
Unten: Bild bei pixabay.com (woo)