Auslandstierschutz: Neue Änderung des Tierschutzgesetzes tritt am 1. August 2014 in Kraft

-

- Anzeige -

Am 1. August 2014 treten für den Auslandstierschutz neue gesetzliche Regelungen in Kraft (siehe § 11 Absatz 1 Nr. 5 und § 21 Absatz 4a TierSchG).

Auch für Hundeschulen, Hundetrainer und Tierpsychologen wird es ab dem 1. August 2014 neue Regelungen im Tierschutzgesetz geben (siehe § 11 Absatz 1 Nr. 8 und § 21 Absatz 4b TierSchG).

Zukünftig müssen Tierschutzorganisationen und selbständig / eigenverantwortlich tätige Pflegestellen eine Erlaubnis bei der zuständigen Behörde (Veterinäramt) beantragen, wenn diese Hunde aus dem Ausland nach Deutschland bringen oder solche Tiere vermitteln.

So genannter Auslandstierschutz wird also erlaubnispflichtig.

Tierschutzorganisationen und selbständig tätige Pflegestellen müssen für die Einfuhr von Hunden aus dem Ausland und für die Vermittlung dieser Hunde in Deutschland ab dem 1. August 2014 zahlreiche Voraussetzungen erfüllen.

Lehrbuch Tierfachkraft (Hunde) von Martin Krause und Sabine Breu
Lehrbuch Tierfachkraft (Hunde) von Martin Krause und Sabine Breu
Ob man mit der Tiervermittlung Geld verdient (Gewinnerzielungsabsicht) oder ob man die Tiere nur gegen eine Schutzgebühr oder eine andere Gegenleistung an neue Besitzer abgibt, spielt keine Rolle.

Auch der Arbeitskreis Kleintiere der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V. vertritt die klare Auffassung, dass private Pflegestellen der Erlaubnispflicht nach dem Tierschutzgesetz unterliegen (siehe TVT, Merkblatt 113 vom Oktober 2012, Seite 4).

Eine Voraussetzung wird zukünftig sein, dass die verantwortliche Person des Vereines oder die selbständig arbeitende Pflegestelle „sachkundig“ ist.

Dazu gehören unter anderem fachliche Kenntnisse und Fähigkeiten über Rechtsvorschriften, Impfungen, Infektionskrankheiten durch Viren und Bakterien sowie über Parasiten (z.B. Milben, Flöhe, Pilze, Zecken, Mücken und Würmer bzw. so genannte Mittelmeerkrankheiten).

Aus einer aktuellen Petition an den Deutschen Bundestag vom 28.02.2014 (Nr. 50329) ergibt sich, dass im Falle von Welpen zudem unter anderem auch Kenntnisse über Entwicklungsphasen eines Hundes, Zahnwechsel oder Grundregeln der Erziehung zu den zwingend erforderlichen Voraussetzungen gehören sollen, um eine Erlaubnis nach dem neuen Tierschutzgesetz zu erhalten.

Diese wichtigen Fachkenntnisse kann man sich durch Lehrgänge bei Tierschutzverbänden, der Industrie- und Handelskammer oder bei Hunde- und Fortbildungsakademien aneignen.

Außerdem wird es dazu auch das bereits im Internet unter www.tierfachkraft.de angekündigte Lehrbuch Tierfachkraft (Hunde) von Martin Krause und Sabine Breu geben.

Martin Krause ist Tierpfleger für Hunde und Ausbilder für Tierpfleger (Fachrichtung Tierheim und Tierpension). Sabine Breu ist zertifizierte Hundepsychologin und Hundetrainerin.

Nach Auskunft des Verlages wird es allerdings nicht gelingen, das Lehrbuch bis zum Stichtag 1. August 2014 als vollständig gedruckte und im Buchhandel erhältliche Ausgabe fertig zu stellen.

Damit sich Tierschutzorganisationen und betroffene Privatpersonen allerdings trotzdem rechtzeitig vor dem 1. August 2014 auf die Sachkundeprüfung nach § 11 Tierschutzgesetz vorbereiten und sich das erforderliche Fachwissen aneignen können, haben die Autoren angeboten, schon jetzt das über 350 Seiten umfassende Manuskript des Buches kostengünstig zur Verfügung zu stellen.

Es kann über die Internetseite www.tierfachkraft.de bestellt werden (Inhaltsverzeichnis als PDF).

Aber selbst dann, wenn der zuständige Amtstierarzt im jeweiligen Einzelfall die Auffassung vertritt, das eine Tierschutzorganisation oder eine private Pflegestelle (noch) nicht der Erlaubnispflicht unterliegt, muss das Buchmanuskript jeder Tierschutzorganisation oder privaten Pflegestelle dringend als Pflichtlektüre empfohlen werden.

Auch der Internationale Club für Rassehunde und Edelkatzen e.V. (ICR) schreibt dazu in seiner aktuellen Vereinsveröffentlichung: Das Buch ist ein „must have“ für jeden Hundezüchter und Hundeliebhaber.

Übrigens: Wer ab dem 1. August 2014 als Tierschutzorganisation ohne die erforderliche Erlaubnis Hunde aus dem Ausland nach Deutschland bringt, als selbständig arbeitende Pflegestelle oder Privatperson Hunde aus dem Ausland gegen eine Schutzgebühr an neue Besitzer vermittelt oder als Hundetrainer arbeitet, macht sich strafbar (siehe § 18 Absatz 1 Nr. 20 Tierschutzgesetz).

Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Gastbeitrag von Thomas Grahammer. Die darin vertretenen Meinungen müssen nicht notwendigerweise mit denen der Redaktion von Hunde in Not übereinstimmen. Für den Inhalt ist der jeweilige Verfasser verantwortlich.

- Anzeige -
Redaktionhttp://www.hunde-in-not.com
Das Portal Hunde in Not bietet Hilfe für in Not geratene Hunde. Wir unterstützen Tierschutz-Vereine bei der Präsentation ihrer Tiere und bieten die Möglichkeit der Kontaktaufnahme. Die Betreiber der Seite vermitteln nicht selbst - Interessenten sollten daher bitte immer das im jeweiligen Artikel verlinkte Kontaktformular oder die dort angegebenen Kontaktdaten nutzen. Wir sind auch immer auf der Suche nach Nachrichten und Informationen rund um das Thema Hund. Bitte kontaktieren Sie uns bei Fragen oder Anregungen: jens@hunde-in-not.com