Als sich meine Frau und ich erstmals entschieden, einem Hund ein neues Zuhause zu geben, waren wir – zugegebenermaßen – etwas naiv. Wir hatten keinerlei Vorstellung davon, was wir tatsächlich benötigen würden. Oder, sagen wir es anders: Wir hatten eine klare Vorstellung davon, unserem neuen Familienmitglied ein wunderbares Daheim zu bieten. Mit allem, was dazu gehört.

Heute, vier Hunde später, sind wir deutlich entspannter. Wir wissen mehr, natürlich: Einige Jahre Hundeerfahrung helfen enorm, wenn man vieles richtig machen und am Ende vor allem auch Geld sparen will. Vor allem aber ist uns klar geworden, dass ein neues vierbeiniges Familienmitglied zunächst einmal folgendes braucht: Ruhe, Liebe und Geduld. Und Futter.

Für alles gerüstet sein

Damals aber waren wir viel aufgeregter. Wollten keine Fehler machen. Und für jede Eventualität gerüstet sein. Eine Checkliste wie diese auf Idealo wäre bares Gold wert gewesen. Was haben wir nicht alles ausgegeben für…

  • Halsbänder und Geschirre
  • Mehrere Leinen
  • Näpfe und Körbchen
  • Ein Mäntelchen für den Winter (obwohl es noch Sommer war)
  • Shampoo, Pflaster, Zeckenzange und sogar Zahnpasta (im Ernst)
  • Verschiedene Bürsten
  • Trocken- und Nassfutter und jede Menge Leckerlis (heute barfen wir)
  • Spielzeug

…um nur einiges zu nennen. Sicher: Das meiste davon braucht man mal. Aber zum einen nur einmal, zum anderen nicht unbedingt alles sofort. In der Ruhe liegt die Kraft.

Viel wichtiger ist mir heute, mich zunächst einmal mit den Eigenheiten und Notwendigkeiten des Tieres zu beschäftigen. Die können rassebedingt sein. Oder sie zeigen sich schon in den ersten gemeinsamen Tagen.

Auf die richtige Rasse achten

Unser erster Hund hätte eigentlich ein Border-Collie-Mischling aus dem Tierschutz werden sollen – hier einige Exemplare in diesem Portal. Am Tag, an dem wir ihn abholen sollten, erhielten wir einen Anruf, dass er in der Nacht verstorben sei. Das war schrecklich für uns, natürlich. Heute denke ich immer noch besonders traurig zurück an diesen Tag.

Doch weiß ich heute auch, dass ein Border Collie nicht der richtige Hund für uns gewesen wäre. Bedeutet: Schon, bevor man sich für den Zuwachs entscheidet, sollte man sich genau überlegen, ob die Rasse zu einem passt. Und sich folglich etwas mit dieser beschäftigen, damit am Ende beide Seiten glücklich werden.

Investitionen in der Zukunft

Es ist übrigens nicht damit getan, sich nur darüber im Klaren zu sein. Und das erste Geld für die Grundausstattung auszugeben. Man muss sich auch bewusst werden, was an Folgekosten auf einen zukommen können – und ob man diese auch stemmen kann. Was zum Beispiel die Frage nach einer Versicherung im Krankheitsfall aufwirft, die sehr genau überdacht sein sollte. Wir haben keine. Und mussten für einen unserer Lieblinge am Ende eine Amputation bezahlen – die er Gott sei Dank gut überstanden hat. Je größer der Hund, desto höher die Kosten.

Puuuh, das ist harter Tobak zum Ende des Artikels. Aber eigentlich ist doch alles gut: Unser Milo lebt mit seinen drei Beinen glücklich auf großen Pfoten – und ist als unser „Erstgeborener“ der Chef im Ring für seine drei vierbeinigen Rudelgefährten, die von all dem profitieren, was wir mit ihm bisher erleben durften.

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