Labradormischling im Gremsdorfer Wald ausgesetzt / 500 Euro Belohnung

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Gerlingen. Am Freitagnachmittag entdeckte eine Spaziergängerin im Wald bei Gremsdorf einen ausgesetzten Mischlingshund. Der etwa 1-jährige Rüde war tief im Dickicht an einen Baum angebunden und völlig verängstigt. Das Tier war verstört, wurde vermutlich von seinem ehemaligen Halter geschlagen. Wie lange der Hund bereits auf seine Rettung warten musste, ist unklar. Hätte der Hund der Spaziergängerin nicht angeschlagen, wäre das Tier wohl langsam verhungert.

Die Polizei ermittelt gegen Unbekannt, denn laut Tierschutzgesetz §3 ist das Aussetzen von Tieren verboten. Dennoch werden gerade in der Ferienzeit immer wieder Hunde ausgesetzt, geschätzte 50.000 landen so im Sommer bundesweit in Tierheimen, warten dort auf ein neues Zuhause. Die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich noch wesentlich höher.

Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. fordert darum von der Bundesregierung die Einführung eines Sachkundenachweises für alle Hundehalter, den sogenannten Hundeführerschein – Niedersachsen hat diesen kürzlich als erstes Bundesland beschlossen. Damit könnten unzählige Spontankäufe vermieden werden – denn gerade diese Tiere werden später oftmals ausgesetzt oder nicht tierschutzgerecht gehalten. Außerdem hat PETA heute 500 Euro Belohnung für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung des Tierquälers führen.

Wer hat etwas beobachtet oder kennt jemanden, der noch vor kurzem im Besitz des Mischlings war? Zeugen melden sich bitte bei PETA unter 07156 / 17828-25 oder beim örtlichen Tierschutzverein unter 0179 / 6786926. Alle Hinweise werden vertraulich behandelt.

„Viele Menschen sind sich vor der Aufnahme eines Hundes in ihr Zuhause nicht ausreichend bewusst, wie viel Zeit, Geduld, Konsequenz, Liebe und Geld ein Tier beansprucht“, meint Kampagnenleiterin Nadja Kutscher von PETA. Durch einen Sachkundenachweis würde nicht nur der Hund vor einer nicht tierschutzgerechten Haltung oder gewaltsamen Erziehung bewahrt; im Umkehrschluss würde ein Hundeführerschein auch den Menschen schützen. Schließlich sind die meisten Übergriffe von Hunden auf eine Fehldeutung ihrer Körpersprache oder einen falschen Umgang mit ihnen zurückzuführen.

Die vielen ausgesetzten Tiere, die in jeder Ferienzeit in Tierheimen ankommen, haben zudem noch Glück im Unglück – andere Vierbeiner werden herzlos „entsorgt“ oder an derart abgelegenen Orten ausgesetzt, dass sie nicht gefunden werden und schließlich qualvoll sterben. Weitere Informationen zu PETAs Forderung nach einem „Hundeführerschein“ als Teil eines neuen Heimtierschutzgesetzes finden Sie auf www.haustiere.peta.de.

Pressemitteilung: Peta, 21. Juni 2011
Weitere Informationen: www.haustiere.peta.de

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