Deutscher Tierhilfe Verband will Welpenverkauf in Tierhandlung verhindern

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Hundewelpen werden in Deutschland seit vielen Jahren nicht mehr in Tierhandlungen angeboten. Das ist zwar keine gesetzliche Vorschrift, aber ein Konsens zwischen Tierschützern und Tierhandel. Nun will sich ein Tierhändler darüber hinwegsetzen und in seinem Geschäft Hundewelpen verkaufen. Der Deutsche Tierhilfe Verband verurteilt dies als tierschutzwidrig und will den Welpenverkauf verhindern.

Seit Jahren steht eine Tierhandlung in NRW in der Kritik von Tierschützern. So verkauft das Geschäft Wildtiere, die für die Privathaltung nicht geeignet sind, und hat auch mit dem Grundsatz gebrochen, dass Katzen nicht in Zoohandlungen verkauft werden. Jetzt will der Tierhändler noch einen Schritt weiter gehen und in den Handel mit Hundebabys einsteigen. Rund eine halbe Million Euro investiert er dafür, in der Hoffnung auf lukrative Geschäfte.

Der Deutsche Tierhilfe Verband lehnt diese Vorhaben aus verschiedenen Gründen entschieden ab. So ist bislang unklar, woher die Welpen kommen sollen, seriöse Züchter geben ihre Tiere nicht an Tierhandlungen. Die Tierschützer befürchten, dass die Hunde aus Massen- oder Hinterhofzuchten kommen. Auch verleitet die Präsentation von süßen Hundebabys zu Spontankäufen, dabei sollte gerade die Anschaffung eines Hundes gut überlegt werden. Zudem befürchtet der Deutsche Tierhilfe Verband Nachahmer.

Aber vor allem ist der geplante Welpenhandel aus Sicht des Deutschen Tierhilfe Verbandes absolut tierschutzwidrig. Reinhold Kassen, Vorstand des Deutschen Tierhilfe Verbandes, erklärt: „Gerade in der Prägephase brauchen Hunde Sicherheit, viel Aufmerksamkeit und eine individuelle liebevolle Betreuung. Dies ist in einem Geschäft mit festen Öffnungszeiten, wechselndem Personal und regem Kundenandrang nicht zu gewährleisten. Häufig leiden solche Hunde später unter Verhaltensstörungen oder haben gesundheitliche Probleme, die den Halter überfordern. Mit seiner Profitgier schafft der Tierhändler die Tierschutzprobleme von morgen.“

Der Deutsche Tierhilfe Verband hat daher bereits an einer Demonstration gegen den Welpenhandel bei der Zoohandlung teilgenommen und auch den Dialog mit Betreiber selbst gesucht. „Wir werden all unsere Möglichkeiten ausschöpfen, um den Welpenverkauf zu verhindern“, kündigt Kassen an.

Quelle: Presseecho.de, 16.06.2011

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