Bugasee in Kassel: Planschen für Hunde verboten

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Auch Hunde brauchen Erfrischung: Im Bugasee ist das Baden für sie verboten. Wer seinem tierischen Freund eine Abkühlung verschaffen will, der muss ihn in die Fulda springen lassen. Foto: Camrath
Auch Hunde brauchen Erfrischung: Im Bugasee ist das Baden für sie verboten. Wer seinem tierischen Freund eine Abkühlung verschaffen will, der muss ihn in die Fulda springen lassen. Foto: Camrath
Nicht nur viele Menschen strömen bei tropischen Temperaturen ins kühle Nass, auch Hunde suchen zu dieser Jahreszeit oft Erfrischung im Wasser. Am Kasseler Bugasee tummeln sich zwischen Badegästen häufig auch Vierbeiner am Strand und im Wasser.

Das ist eigentlich verboten, sagt Dr. Jürgen Drewitz vom städtischen Umwelt- und Gartenamt: „Hunde dürfen weder in den See noch an den Uferbereich zwischen Landweg und Wasser.“ Wer gegen die Regeln verstößt, wird zunächst mündlich verwarnt. Bei Wiederholungen können Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet werden. Bis zu 5000 Euro Strafe sind dann – im Extremfall – möglich.

Tiere brauchen einen Baum

Reinhard Ritter, Rettungshundeführer beim Kasseler Verein für Mensch und Hund, kann nicht verstehen, warum die Tiere im Bugasee baden müssen: „Meine Hunde interessieren sich gar nicht für das Wasser, die liegen bei der Hitze lieber im Schatten.“

Allerdings kenne er Menschen, die mit ihren Hunden gern einmal schwimmen gehen. „Warum auch nicht?“, fragt er. „Trinken sollte man das Wasser sowieso nicht.“ Im Gegensatz zu kleinen Kindern, die im Wasser gern mal auslaufen würden, wäre das bei Hunden jedoch gar nicht möglich: „Die Tiere brauchen einen Baum, an dem sie das Bein heben oder sich hinhocken können.“

Drewitz begründet das Verbot auch nicht mit der Verunreinigung. Er sieht ein generelles Sicherheitsrisiko: „Wenn die Tiere am Ufer herumtoben, kann es immer passieren, dass ein Kind versehentlich auf den Schwanz tritt. Dann kann es schnapp machen, auch wenn der Hund noch so lieb ist.“ Alternativen zum Abkühlen gibt es jedoch auch in Kassel: „In der Fulda ist das Baden für Hunde erlaubt.“

Doch nicht nur Hunde sind es, mit denen sich die Badegäste auseinandersetzen müssen. Auch durch Angler fühlen sich die Badenden gestört. Dass die jedoch zu Recht am Bugasee ihre Ruten auswerfen, weiß Drewitz: „Wer einen Fischereischein hat, der kann über den Hessischen Fischereiverband eine Karte kaufen und darf dann dort angeln.“ Allerdings gibt es Einschränkungen. In den Sommermonaten gilt ein Angelverbot an den als Badestrand gekennzeichneten Flächen. Von Juni bis Ende August, und wenn das Wetter mitspielt noch im September, darf nicht geangelt werden. „Aber dort würde wahrscheinlich sowieso kein Fisch anbeißen“, glaubt Drewitz.

Regelmäßige Kontrollen

Ob jemand falsch angelt, seinen Hund ins Wasser lässt oder sich beim Grillen nicht an die Regeln hält, das kontrollieren regelmäßig Beamte des Ordnungsdienstes. „Im Sommer häufiger als sonst“, sagt Drewitz. Dann gibt es besonders viele Möglichkeiten, in irgendeiner Form gegen die geltenden Regeln zu verstoßen: Müll wird liegen gelassen, Hundekot nicht aufgesammelt oder ein Grill verwendet, der auf der Wiese einen schwarzen Brandfleck hinterlässt.

Von Jörgen Camrath

Verwendung dieses Artikels mit freundlicher Genehmigung der HNA. Dieser Artikel wurde erstmals im Juli 2010 auf HNA.de veröffentlicht.
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