Auf der Suche nach Filippa

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Vermisst: Hundedame Filippa ist vor über einer Woche am Hirtenbruch ausgebüxt.
Altenhasungen. Hundedame Nora wirbelt aufgeregt um die Beine von Frauchen Julia Neumann, als die am Altenhasunger Bahnhof ein Plakat aufhängt. „Gesucht“, ist darauf in großen roten Lettern zu lesen. „Norchen“ bellt einmal laut, als wolle sie die Suchmeldung noch einmal untermauern. Schließlich geht es um ihre Spielgefährtin Filippa, die seit Freitag, 1. Juli, vermisst wird.

„Sie ist mir gegen 20.30 Uhr beim Spazierengehen ausgebüxt“, sagt Neumann und blickt wehmütig zu Mutter Brigitte. Der gehört die etwa fünf Jahre alte Mischlingshündin, die als Welpe aus einer spanischen Tötungsstation gerettet und über die Kasseler Wau-Mau-Insel nach Altenhasungen vermittelt worden war.

Quirliges Tier

Böse ist sie ihrer Tochter nicht, denn auch ihr selbst hätte es passieren können. „Filippa ist ein quirliges Tier mit ausgeprägtem Jagdtrieb“, erzählt die Hundefreundin. Eben jenen habe wohl eine streunende Katze während des Gassigehens am Hirtenbruch geweckt. „Ich konnte gar nicht so schnell gucken, wie die Leine gerissen und Filippa weg war“, erinnert sich die junge Frau.

In Windeseile sei die Hündin der Katze gefolgt, um schließlich in Richtung kleiner Bärenberg im Dickicht zu verschwinden. „Sie hat wohl die Freiheit gespürt“, sagt Neumann traurig und wundert sich doch, dass Filippa nicht zurückgekommen ist. „Sie ist doch schon öfter abgehauen, aber stand stets nach kurzer Zeit wieder schwanzwedelnd vor uns, sie ist doch so anhänglich.“ Ein Schuss, den Tochter Julia kurz nach dem Verschwinden gehört hat, könnte hier die traurige Erklärung liefern. Dass an jenem Tag gejagt wurde, das sei Fakt. Einen Schuss aber will laut Julia Neumann zu besagter Zeit keiner der durchtelefonierten Jäger abgegeben haben.

Beste Freundin

„Es geht uns nicht darum, hier einen Schuldigen zu finden“, sagt Brigitte Neumann. „Ich möchte einfach nur wissen, ob es sich lohnt, weiter auf meine Filli zu warten.“ Die Hoffnung, dass sie von tierlieben Menschen aufgenommen wurde, hat sie noch nicht aufgegeben. Sie kennt ihre Filli nur zu gut. „Ein paar Leckerlis und sie wird schnell zur besten Freundin.“

Hoffnung gibt ihr auch die Tierschutzorganisation Tasso, die sich seit rund 30 Jahren um die Rückvermittlung entlaufener Tiere kümmert. Über sie haben die Neumanns auch die Plakate bekommen, die sie rund um Altenhasungen aufgehängt haben.

„Vielleicht hat jemand etwas beobachtet, das uns weiterhilft“, sagt Neumann. Sie möchte nur eines: Gewissheit. Auch wenn Filippa nicht mehr lebt, soll sie für immer bei den Neumanns bleiben. „Dann wollen wir sie im Garten begraben.“

Wer Filippa gesehen hat oder weiß, wo sie sich aufhält oder was mit ihr geschehen ist, kann sich unter Bezug auf die Suchplakat-Nummer 65.027 bei Tasso melden. Telefon: 06190-937300.

Von Sascha Hoffmann

Verwendung dieses Artikels mit freundlicher Genehmigung der HNA.
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